Was ist da schon dabei? Ein bisschen Grünzeug, mehr nicht. Hinter diesem bisschen Grünzeug verbirgt sich eine uralte Tradition. Woher kommt diese Tradition eigentlich? Dazu müssen wir eine lange Zeitreise machen.

Unsere Geschichte beginnt mit einem Hype, so würde man heute dazu sagen. „Habt ihr schon von Jesus gehört? Man sagt, er könne Tote zum Leben erwecken!“ Über nichts Anderes als über diesen mysteriösen Wunderheiler flüstern die Menschen in Jerusalem in diesen Tagen. Es heißt, bald soll er nach Jerusalem kommen. Es brodelt in der Stadt. Die Menschen warten auf ihn. Und Jesus ist ein Meister der Inszenierung. Er lässt sich Zeit. Und als er endlich kommt, da reitet er nicht auf einem Pferd oder steht auf einem prächtigen Streitwagen, nein, es ist ein Esel, ein Zeichen der Demut und des Friedens. Gleichzeitig erfüllt er damit noch eine uralte Prophezeiung:

„Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin. (Sach 9,9 EU)“

So hat es der Prophet Sacharja im Alten Testament vorausgesagt. Die Menschen, die auf Jesus warten, sind ganz außer Rand und Band, sie jubeln ihm zu, sie werfen ihre Kleider auf den Weg, schneiden Palmzweige von den Bäumen und säumen den Weg damit; ein Flashmob, wo würde man heute sagen. Und so zieht Jesus in Jerusalem ein. Es ist ein Triumph. Und das schmeckt den Römern ganz und gar nicht.

Nochmal zurück zu den Palmzweigen. Sie sind damals etwas ganz besonders; ein Symbol. Palmen sind heilige Bäume; auch bei den Griechen und Römern. Palmzweige von den Bäumen schneiden und auf den Weg werfen, das ist ein ganz besonderes Zeichen der Huldigung. Es ist etwas für Könige.

Und genau an das, was vor vielen, vielen Jahren passiert ist, daran erinnern wir heute, wenn wir Palmbuschen aus sieben verschiedenen Zweigen winden und in der Kirche weihen lassen. Dann ist ihr Platz im Herrgottswinkel, bis zum nächsten Jahr. Geweihte Palmbuschen schützen die Familie und das ganze Haus vor jeglichem Unheil. So ist es der Brauch.

CG
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