Als dritte Tochter von insgesamt sechs Kindern wurde Berta Hummel am 21. Mai 1909 im niederbayerischen Markt Massing (Rottal-Inn) geboren. Ab dem 1. Mai 1915 besuchte Berta sechs Jahre die Massinger Volksschule und anschließend die höhere Töchterschule der „Englischen Fräulein“ in Simbach am Inn. Schon früh zeigte sich die künstlerische Begabung der „Hummel-Bertl“, wie sie von ihren Mitschülern genannt wurde. Nach Abschluss der Mädchenschule folgte sie ihrem Wunsch Zeichenlehrerin zu werden und ging an die Staatsschule für Angewandte Kunst (bis 1928 Kunstgewerbeschule für Angewandte Kunst) nach München.

In dieser vorklösterlichen Schaffensphase entstanden Werke der „anderen“ Berta Hummel. Von ihrem vielseitigen Schaffen zeugen ihre ausdrucksstarken Porträts, Aktzeichnungen, Karikaturen, Stillleben, Landschafts- und Pflanzenzeichnungen. Anstelle einer Künstlerlaufbahn trat sie im Frühjahr 1931 in das Kloster Sießen in Württemberg ein. Freunde, Familie und ihre, sie fördernde Professoren bezeichneten diesen Schritt als „befremdlich“ und sahen diesen als hemmend für ihre künstlerische Entwicklung an. Bei der Einkleidung nimmt sie den Namen Maria Innocentia an.

Sie hatte ihre Kunst verlassen, fand sie aber im Kloster auf eine neue Weise wieder. Neben den Entwürfen für Paramente, waren etwa Fleißbildchen, Andachtsbilder oder Kommunionandenken als auch die beliebten Kindersujets, die für den Buch- bzw. Kartendruck vorgesehen waren, bestimmend.

Die Kinderbilder, die später während ihrer Zeit im Kloster entstanden, und den Namen Hummel in die ganze Welt trugen, spiegeln die Freude ihrer Kindertage wieder. Im Gegensatz zu „Kollwitz-“ oder „Zille-Kindern“, bei denen Kinder aus den Arbeitervierteln der Großstädte zu sehen sind, sind für Berta Hummel Kinder Symbole von Lebensfreude, Unschuld und Liebe. Ihre religiösen Bildchen für Kinder erschienen bald in mehreren Verlagen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Münchner Verlag Ars Sacra (heute arsEdition) verhalf dem künstlerischen Schaffen der Franziskanerin zu internationaler Bekanntheit. Seit 1935 dienen ihre Zeichnungen auch als Grundlage für die „Hummel Figuren“, gestaltet von Modelleuren der W. Goebel Porzellanfabrik in Rödental bei Coburg. Die Hummel-Figur avancierte in kurzer Zeit von einem kleinen Postkartenmotiv zu einer international erfolgreichen Kleinplastik und sollte ihre Schöpferin weltweit berühmt machen. Ob nun Kitsch oder Volkskunst, durch den Zwang der Anfertigung immer neuer Vorlagen für die „Hummel-Kinder“-Motive wurde ihre thematische Ausrichtung und ihre gestalterische Freiheit weiter eingeengt.

Nach einer Rippenfellentzündung und späteren Lungentuberkulose starb am 6. November 1946 die erst 37-jährige in Sießen.

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