Ausgezeichnet – dieses Eigenschaftswort findet häufig Verwendung, wenn eine Sache gut gelungen ist. Auszeichnungen werden Menschen zuteil, die – in welchem Bereich auch immer – herausragende Leistungen erbracht haben.

So lobt der Bezirk Niederbayern seit 2002 einen Denkmalpreis aus. Er zeichnet damit Denkmalsbesitzer und Denkmaleigentümerinnen, die sich bei der Erhaltung ihrer historischen Gebäude in besonderem Maße engagiert und eine beispielhafte Instandsetzung verwirklicht haben.

In Niederbayern gibt es etwa 13.000 Baudenkmäler. Darunter werden Sakralbauten wie Kirchen, Kapellen und Friedhöfe gezählt und als Denkmäler auch wahrgenommen. Ebenso schmücken sich Profanbauten wie Burgen, Schlösser und repräsentative Bürgerhäuser in historischen Altstädten mit der Bezeichnung „Denkmal“. Zudem werden sie häufig als Sehenswürdigkeiten beworben und bestaunt.

Bei Bauern- und Handwerkerhäusern, die oft über Jahre hinweg leer standen, deren Zustand erheblich darunter gelitten hat, scheiden sich gelegentlich die Geister. „Das kann doch kein Denkmal sein. Von wegen wertvoll. Weg damit!“, so manche laienhafte Meinung. Dass aber auch solche Gebäude erhaltenswerte Zeugnisse des Wohnens, Wirtschaftens und Lebens unserer Vorfahren sind und somit kulturhistorische Bedeutung besitzen, wird dennoch immer besser verstanden. Vor allem wo ein einst vielgescholtener „Schandfleck“ durch fachgerechte Sanierung zum Blinkfang geworden ist, der dann zudem überregionale Anerkennung erfährt, verstummen selbst Kritiker. Denn das Ergebnis gibt denen recht, die sich die Mühe gemacht haben, ein Baudenkmal durch eine mustergültige Instandsetzung zu erhalten – freilich nicht ohne erheblichen finanziellen Einsatz und meist mit unzähligen Arbeitsstunden.

Übrigens wer ein Denkmal bewohnt, muss keinesfalls auf Haustechnik und modernen Wohnstandard verzichten. Die Kunst ist nur, beides mit dem historischen Gebäude in Einklang zu bringen. Dies gelingt immer, wo erfahrene Kräfte ans Werk gehen.

Seit heuer kann der Markt Altdorf, Landkreis Landshut, auf ein beispielhaft hergerichtetes Denkmal mehr verweisen: Die „Klingsölde“, ein ehemaliges Bauernhaus in Blockbauweise aus dem Jahr 1695, das nach einem ehemaligen Besitzer namens Klingshirn benannt ist. Die Besonderheit: Mit seinem „Frackdach“ und dem zweiseitig umlaufenden Schrot (Balkon) gehört es zu den eigenwilligsten und selten erhaltenen Beispielen der Bauernhausarchitektur des Landshuter Raums.

Nach langem Leerstand und zweijähriger Instandsetzung wird das Anwesen im Ortskern seit kurzem wiederbewohnt. Für die Bewahrung dieses baulichen Erbes und den Einsatz seiner Bewohner gibt es 2021 den Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern.

MS
Foto: Stanglmaier/Bäter